Eine Split-Klimaanlage läuft viele Jahre zuverlässig, wenn sie gepflegt wird. Einen Teil der Pflege erledigen Sie selbst in wenigen Minuten, den anderen übernimmt ein Fachbetrieb, meist einmal im Jahr. Dieser Ratgeber zeigt, was wohin gehört, wann das Gesetz eine Kontrolle vorschreibt und woran Sie erkennen, dass die Anlage Hilfe braucht.
Das Wichtigste in Kürze
- Filter selbst reinigen: in der Kühlsaison regelmäßig, so oft wie der Hersteller angibt.
- Wartung durch den Fachbetrieb: einmal im Jahr ist üblich, am besten im Frühjahr.
- Gesetzliche Pflicht: Eine Dichtheitskontrolle schreibt die F-Gase-Verordnung erst ab 5 Tonnen CO2-Äquivalent vor. Die meisten Single-Split-Geräte im Wohnbereich liegen darunter.
- Kältemittelkreislauf: Nachfüllen, Druck messen und Leitungen öffnen dürfen nur zertifizierte Fachkräfte.
- Garantie: Viele Hersteller verlangen für eine verlängerte Garantie eine regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb.
Was Sie selbst tun können
Die wichtigste Pflege ist einfach: saubere Filter. Sie sitzen hinter der Frontklappe des Innengeräts und lassen sich ohne Werkzeug herausnehmen.
- Gerät ausschalten und bei längeren Arbeiten den Stecker ziehen oder die Sicherung ausschalten.
- Filter herausnehmen, mit dem Staubsauger absaugen oder mit lauwarmem Wasser ausspülen. Kein heißes Wasser und keine scharfen Reiniger verwenden.
- Filter vollständig trocknen lassen und wieder einsetzen.
- Gehäuse und Lamellen außen mit einem feuchten Tuch abwischen.
- Außengerät freihalten: Laub, Pollen und Schnee entfernen, Pflanzen zurückschneiden. Die Luft muss ungehindert durch den Wärmetauscher strömen.
- Kondensatablauf beobachten: Tropft Wasser aus dem Innengerät statt aus dem Ablaufschlauch, ist der Ablauf vermutlich verstopft.
Wie oft die Filter gereinigt werden sollen, steht in der Bedienungsanleitung. In der Kühlsaison sind kurze Abstände üblich, in staubiger Umgebung oder bei Haustieren eher noch kürzere.
Finger weg vom Kältemittelkreislauf: Leitungen öffnen, Druck messen und Kältemittel nachfüllen dürfen nach F-Gase-Verordnung und Chemikalien-Klimaschutzverordnung nur zertifizierte Fachkräfte. Auch Reinigungssprays für den Wärmetauscher sollten Sie nur verwenden, wenn der Hersteller sie ausdrücklich zulässt.
Was der Fachbetrieb bei der Wartung macht
Bei einer Wartung prüft der Betrieb die Anlage gründlicher, als es von außen möglich ist. Typische Punkte sind:
- Innengerät reinigen: Filter, Wärmetauscher, Lüfterwalze und Kondensatwanne, bei Bedarf mit Desinfektion.
- Kondensatablauf prüfen und freimachen, bei Geräten mit Pumpe auch deren Funktion.
- Außengerät reinigen: Wärmetauscher und Lüfter, Prüfung von Befestigung und Schwingungsdämpfern.
- Kältemittelkreislauf kontrollieren: Drücke und Temperaturen messen, Anschlüsse und Leitungen auf Undichtigkeit prüfen.
- Elektrik prüfen: Anschlüsse, Fernbedienung, Fehlerspeicher.
- Protokoll: Was geprüft, gereinigt und gemessen wurde, mit Datum und Unterschrift.
Lassen Sie sich vorher sagen, welche Punkte der Preis enthält und ob das Innengerät nur oberflächlich oder gründlich gereinigt wird. Das ist der häufigste Unterschied zwischen zwei Angeboten.
Wann eine Dichtheitskontrolle Pflicht ist
Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verpflichtet Betreiber, ihre Klimaanlage regelmäßig auf Dichtheit kontrollieren zu lassen, wenn sie mindestens 5 Tonnen CO2-Äquivalent an fluorierten Kältemitteln enthält. Betreiber kann auch ein Hauseigentümer sein. Die Kontrolle darf nur eine zertifizierte Person durchführen.
Die Menge in CO2-Äquivalent ergibt sich aus der Füllmenge in Kilogramm mal dem Treibhauspotenzial des Kältemittels. Beides steht auf dem Typenschild des Außengeräts.
| Kältemittel | Treibhauspotenzial | Füllmenge ab 5 t CO2-Äquivalent |
|---|---|---|
| R32 | 675 | ca. 7,4 kg |
| R410A | 2.088 | ca. 2,4 kg |
| R290 | 3 | kein F-Gas, keine Pflicht |
Ein typisches Single-Split-Gerät für einen Raum enthält deutlich weniger als 7 kg R32 und fällt damit nicht unter die Pflicht. Prüfen sollten Sie es bei großen Multi-Split-Anlagen und bei älteren Geräten mit R410A. Liegt die Anlage über der Schwelle, ist bis 50 Tonnen CO2-Äquivalent eine Kontrolle alle 12 Monate vorgeschrieben, mit fest eingebautem Leckage-Erkennungssystem alle 24 Monate.
Mehr zu R32, R290 und den neuen Verboten lesen Sie im Ratgeber Kältemittel R32 und R290.
Was eine Wartung kostet
Die Preise unterscheiden sich je nach Region, Zahl der Innengeräte und Umfang deutlich. Fragen Sie nach einem Festpreis pro Anlage und je zusätzlichem Innengerät und klären Sie, ob Anfahrt und Desinfektion enthalten sind.
Viele Betriebe bieten einen Wartungsvertrag an. Er lohnt sich vor allem, wenn Sie den jährlichen Termin nicht selbst im Blick behalten wollen oder Ihre Garantie eine regelmäßige Wartung verlangt. Achten Sie auf Laufzeit und Kündigungsfrist und darauf, ob kleinere Reparaturen oder ein bevorzugter Termin im Sommer enthalten sind.
Für die Steuer gilt dasselbe wie beim Einbau: Die Arbeits- und Fahrtkosten einer Wartung in Ihrer Wohnung können als Handwerkerleistung nach § 35a EStG zählen. Dann mindern 20 % davon, höchstens 1.200 Euro im Jahr, die Steuerschuld. Lassen Sie Material und Arbeit auf der Rechnung getrennt ausweisen und bezahlen Sie per Überweisung.
Garantie und Wartung
Die gesetzliche Gewährleistung des Betriebs hängt nicht von einer Wartung ab. Anders ist es bei der Herstellergarantie: Viele Hersteller verlängern ihre Garantie nur, wenn das Gerät von einem Fachbetrieb installiert und regelmäßig gewartet wird. Die genauen Bedingungen stehen in den Garantiebedingungen des Herstellers. Heben Sie die Wartungsprotokolle auf, sie sind Ihr Nachweis.
Woran Sie erkennen, dass die Anlage Hilfe braucht
Rufen Sie einen Fachbetrieb, wenn Ihnen eines dieser Zeichen auffällt:
- Die Anlage kühlt spürbar schlechter, obwohl die Filter sauber sind.
- Wasser tropft aus dem Innengerät oder läuft an der Wand herunter.
- Eis oder Reif bildet sich an Leitungen oder Anschlüssen.
- Muffiger Geruch bleibt auch nach der Filterreinigung.
- Ungewöhnliche Geräusche wie Klappern, Pfeifen oder Brummen.
- Ein Fehlercode erscheint im Display oder die Anlage schaltet sich immer wieder ab.
Schlechte Kühlleistung kann auf Kältemittelverlust hindeuten. Einfach nachfüllen hilft dann nicht dauerhaft: Erst muss das Leck gefunden und abgedichtet werden.
So geht es weiter: Über die Anfrage beschreiben Sie Ihre Anlage und Ihr Anliegen, ob Wartung oder Störung. Wir vermitteln Ihnen passende Fachbetriebe in Ihrer Nähe. Fotos vom Typenschild helfen dem Betrieb bei der Einschätzung.
